Die Hybrid-Vermarktung

Trend Maklerzukunft

Sie tun es! Ein Start-up-Unternehmen hat den Vermarktungsprozess zerstückelt und neu zusammengesetzt. Mal arbeiten sie digital, mal analog – wie es am besten passt.

Die Aufgaben des Immobilienmaklers und die meisten Schritte des Immobilienverkaufs lassen sich fast vollständig digitalisieren. Was vor zwei Jahren noch als gewagte These galt, haben heute fast alle eingesehen. „Gehandelt haben dennoch nur wenige“, meinte Nikolai Roth, Gründer und Geschäftsführer von Maklaro, auf dem Winterkongress der FH Kufstein. ­Maklaro ist ein Vermarktungsunternehmen, das digitale und Offline-Welt sinnvoll miteinander verknüpft. Es hat sich auf den Verkauf von Wohnimmobilien spezialisiert, verlangt vom Abgeber nichts und behauptet, durch die Online-Preisbildung durchschnittlich 25 Prozent höhere Preise zu erzielen. „Wir haben den Verkaufs­prozess einer Immobilie in einzelne Schritte aufgegliedert – von der Akquise bis zur Vertragsunterzeichnung beim Notar. Jeder Schritt, der es zuließ, wurde digitalisiert“, erzählt Roth.

Cockpit schafft Transparenz

Außerdem hat Maklaro, ähnlich wie bei Online-Hausverwaltungen, die Vermittlung transparenter gemacht. Es bietet seinen Kunden während des gesamten Verkaufsprozesses ein Online-Cockpit. Immobilienverkäufer können so zu jeder Zeit und von überall zugreifen und den aktuellen Stand zum Verkauf sowie sämtliche Infos und Daten einsehen. Transparenz, die auch wieder Vertrauen in den Vermarkter schaffen soll, „immerhin vertrauen nur 1,8 Prozent der Deutschen einem Makler“, meint Roth. Weiters innovativ: die auto-optimierte Vermarktung. Hierbei werden automatisch alle Zugriffszahlen der von ­Maklaro auf den großen Immobilien­portalen gelisteten Objekte „getrackt“ und ins Verhältnis zu anderen Immobilien in der gleichen Lage gesetzt. Entwickelt sich ein Objekt schlechter als vergleichbare andere Immobilien, macht unsere Maschine automatisch Vorschläge für Änderungen am Exposé. Auf diese Weise ranken die Objekte angeblich immer ganz weit vorne in den Suchergebnis-Listen der Portale und erreichen somit mehr ­Kauf­interessenten. 

Der Verkaufsprozess einer Immobilie
Durch die teilweise Digitalisierung der einzelnen Teilschritte kommt es zu einem massiven Effizienzgewinn.

Akquise
Die Eigentümer-Akquise inklusive Vertragsabschluss (nächster Schritt) findet fast vollständig online statt. Kunden sind heute online und wollen auch beim Immobilienverkauf auf Internet-fitte Vermarkter zurückgreifen, ist man bei Maklaro überzeugt.
Vertrags­abschluss
Nach jedem Akquise-Telefonat wird das Gespräch zusammengefasst und per E-Mail an den Abgeber geschickt. Der Abgeber kann im Nachgang den Maklerauftrag direkt über diese E-Mail per Klick erreichen. Der Auftrag wird online in Echtzeit erstellt und kann durch den Abgeber virtuell unterzeichnet werden.
Objektaufnahme
Hier wird’s analog. Maklaro bedient sich über Sprengnetter eines unabhängigen Netzwerks von Sachverständigen, die sich die Immobilie vor Ort anschauen, sie anschließend bewerten und so  zu einem nachvollziehbaren und realistischen Kaufpreis kommen.
Exposé
Na ja dass das digital erledigt wird, ist klar. Es wird aber auch hochgradig automatisiert und professionell erstellt – etwa inklusive 3D-Grundrissen. Der Abgeber kann das Exposé in seinem Cockpit online einsehen und auf Wunsch auch Änderungen direkt eingeben.
Vermarktung
Das Objekt wird in allen großen Immobilienportalen inseriert. Kosten fallen dem Verkäufer auch hier keine an. Zusätzlich wird die Vermarktung durch einen Algorithmus im Hintergrund ständig auto-optimiert.
Interessenten­management und ­Terminplanung
Kommen Anfragen herein, so landen diese in einem Käufer-Selfservice, das heißt, der Interessent hat unmittelbar online Zugriff auf das Exposé und kann sich nach Beantwortung weiterer Fragen direkt für einen Besichtigungstermin qualifizieren. Zusätzlich stellt ihm Maklaro eine digitale Akte der Immobilie zur Verfügung, die beispielsweise für eine Anfrage zur Baufinanzierung genutzt werden kann.
Besichtigung
Besichtigungen werden von Maklaro organisiert und (nach telefonischer Rücksprache mit dem Abgeber bzw. Mieter) vor Ort durchgeführt. Ein Maklaro-Berater ist also bei der Besichtigung anwesend, er stammt auch immer aus der jeweiligen Region. Interessant: Online-Besichtigungen würden laut Nikolai Roth für private Käufer keinen Sinn machen.
Preisverhandlung
Die Kaufpreisverhandlung wird optional ins Internet verlagert, was den Prozess schneller macht und – laut Unternehmensangaben – durchschnittlich um 25 Prozent höhere Kaufpreise erzielt. Das Bieterverfahren ist quasi ein Verhandlungstisch, bei dem alle Bieter zu einem vorgegebenen Zeitpunkt online ihre Gebote abgeben können. Alle sehen die abgegebenen Preise, nur der Verkäufer erhält dazu die Namen. Nach etwa einer halben Stunde endet die Frist, es sei denn, kurz davor gibt es nochmals ein Anbot – dann wird um zwei Minuten verlängert. Am Ende hat der Abgeber zwei Werktage Zeit, sich zu überlegen, ob und welches Angebot er annehmen will.
Verkauf Notar
Dieser Schritt wird wieder von Menschen erledigt (zumindest solange es keine Blockchain hierfür gibt). Grundsätzlich kann der Käufer den Notar auswählen, wenn gewünscht, hilft Maklaro dabei auch. Die Kosten hierfür trägt ebenfalls der Käufer.

 

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