Magische 7 – Raum zum Essen

Tacos auf Rädern, Hauben im Einkaufszentrum, Drohnen statt Kellner – 7 innovative Projekte rund um die Gastronomie.

1. Digitale Kellner – nein, danke

Die Digitalisierung macht auch vor der Gastronomie nicht halt. Über ein Drittel wünscht sich flächen­deckendes WLAN in Restaurants. Fast ebenso viele Menschen hätten gerne mehr Informationen zu ihrem Essen, zum Beispiel, woher das Fleisch und das Gemüse kommen, ob es bio ist etc. Diese Info darf gerne auch übers ­Tablet daherkommen. Die Bestellung selbst wollen nur 9 Prozent über ein elektronisches Device abgeben, so das Ergebnis einer Umfrage von Bookatable, einer Online-Reservierungs-­Plattform, unter 645 Gästen zum „Restaurant der Zukunft“. Das Roboter-Restaurant, wie etwa in Singapur das Timebre, wo Drohnen das Essen servieren, bleibt uns also – wenn es nach den Gästen geht – vorerst noch erspart. Dennoch ist die Systemgastronomie auf dem Vormarsch. Ein weiterer Trend: alleine essen. Über ein Viertel der Befragten wünschen sich bessere Angebote für Singles.

EKZ

Gastro-Flächen werden für die Aufenthaltsqualität in Shoppingcentern immer wichtiger.

2. Kein Shoppen ohne Essen

40 Prozent der Besucher suchen ein Einkaufszentrum nach dem Gastro­nomie-Angebot aus. 60 Prozent der vom Shoppingcenter-Spezialisten ECE Befragten gaben sogar an, bei jedem Besuch etwas zu essen oder zu trinken. Besonders hoch im Kurs stehen derzeit Kaffeespezialitäten (44 Prozent) und asiatische Gerichte (37 Prozent). Es folgen Fast Food (35 Prozent), Sandwiches (27 Prozent) sowie italienisches Essen (26 Prozent). „Wir ­wussten bereits, dass Gastronomie ein ­großer Trend ist. Dass das gastronomische Angebot aber schon für so viele Menschen das bedeutendste Entscheidungskriterium für einen Center-Besuch ist, hat uns doch überrascht. Gastronomie hilft dabei, Shopping­center vom reinen ‚place to shop‘ zum neuen ‚place to be‘ zu wandeln und zu einem Ort der Freizeitgestaltung zu ent­wickeln“, so Joanna Fisher, Geschäfts­führerin Center-­Management bei der ECE.

3. Essen auf Rädern

Wie kann man die bestehende Dienstleistung rund um die Versorgung älterer Menschen mit schmackhaftem, gesundem Essen in den eigenen vier Wänden weiterentwickeln? Wie können neue Wege bei Bestellung, Verpackung und Lieferung die Senioren bestmöglich in ihrem Alltag unterstützen? Diese und weitere Fragen stehen im Zentrum eines Innovations­wettbewerbs, bei dem die beste Idee mit einem Innovationsstipendium belohnt wird. Veranstaltet wird die Kampagne von der LIMAK Austrian Business School und der ­VIVATIS-Gruppe, die sich daraus neue Ideen für ihr Produkt „Essen auf Rädern“ von ­GOURMET erhofft – dieses gibt es bereits seit 35 Jahren als kulinarischen Partner von Sozial­organisationen. Und wie man weiß: Die ältere Bevölkerung wird immer mehr.

DIDIlicious

Mehrfach ausgezeichnete Küche im Salzburger Europark, und jetzt bekommt das DIDIlicious eine kleine Schwester.

4. Haubenlokal im Einkaufszentrum

Didi Maier hatte im Herbst 2014 ein Lokal im Salzburger Shoppingcenter Europark aufgemacht und voll gepunktet – zum Beispiel bei Gault Millau, die das Restaurant gleich mal mit einer Haube auszeichneten. Das allein wäre schon bemerkenswert, nun hat selbiger Herr noch ein neues Format in dem von SES entwickelten und verwalteten Shopping­center aufgemacht: The Bakery ist ein Café, eine Konditorei, ein Bäckerladen, eine Lounge. Eine gelungene Mischung, die – ebenso eher unüblich für ein Einkaufszentrum – auch über Außen­sitzplätze verfügt. SES glaubt übrigens nicht an zonierte Fress­meilen: „Von den 30 Shoppingcentern im ­Management von SES haben wir nur bei drei einen Food­court. Wir bevorzugen eher die Positionierung der Gastronomie an Stellen mit ansprechender guter Ausrichtung an Übergangs­punkten von innen und außen, mitunter sind 2 bis 3 Gastronomiebetriebe aneinandergereiht“, ­lautet das Konzept der Salzburger. Im März 2016 eröffnete huma eleven in Wien mit einem Gastronomieanteil von über 10 Prozent. Gastro-­Flächen nahmen vor 10 Jahren noch etwa 5 Prozent der gesamten EKZ-Fläche ein.

5. Mobile Kantinen

Lebenszyklus, radikal gedacht. Wer sagt denn, dass ein Restaurant die ganze Zeit da sein muss? Warum soll es nicht kommen, wenn die Leute Mittag­essen wollen, und dann wieder verschwinden? ­Langsam parken auch in Wien immer mehr Food Trucks, die zur Prime-Time des Hungers unterschiedlichste Speisen aus aller Welt anbieten. Wer, was, wo und wann? Einen Überblick gibt es unter www.streetfoodvienna.at

Marktwirtschaft

Markt und Essmöglichkeiten gehörten immer schon zusammen. Jetzt wird die Symbiose neu interpretiert.

6. Mischmasch

Immer öfter vermischen sich Essensmöglich­keiten mit anderen Immobiliennutzungen. Das reicht vom büroartigen Arbeitsplatz bis zum Supermarkt. Bestes Beispiel: das Mingus in der Wiener Schottenfeldgasse. Kaffee und Kuchen sind hier nur Beiwerk, es geht um ein ganz anderes Bedürfnis. Nämlich darum, dass Mütter/Väter mit Kindern kaum einen adäquaten Aufenthalts(innen)raum in Wien finden. Durch die platzoptimierten Lokale kommt man nicht einmal mit einem Kinderwagen, geschweige denn, dass sich Kinder hier vielleicht bewegen können oder ausreichend Kinderstühle vorhanden sind. Das Mingus hat recht: Es ist meist zum Bersten voll, zum Brunch muss man sich anstellen. Eine alte Vermischung von Essen und Einkaufen hat die Marktwirtschaft – ebenfalls im 7. Wiener Gemeindebezirk – wieder hochleben lassen. Ein paar fixe Händler mit Bio-Ware und ein monatlich wechselndes Marktangebot in gehobener Atmosphäre locken zum Einkaufen, im Lokal „Liebe“ lässt sich dann noch ein Happen essen oder ein Craft-Bier trinken.

7. Catering mit online-Hilfe

Catering ist ein Hauptgeschäftszweig der Facility-­Service-Anbieter. Dem Wunsch der Kunden nach mehr Information (siehe Digitale Kellner – nein, danke) kommt der Dussmann-­Konzern nach, indem er für seine ­Catering-Dienste ein eigenes Portal entwickelt hat. Hier gibt es Infos über ­vegane Küche, über die kulinarischen Spezialitäten der Mannschaften bei der Fußball-EM in Frankreich, über die Herkunft der Produkte und natürlich über allerhand Allergene. Für Kunden von Schulessen gibt es direkte Kontakt­möglichkeiten zu regionalen Ansprechpartnern sowie zum Online-­Bestell-Portal. Auch der Bewertung der unterschiedlichen von Dussmann betriebenen Restaurants (vom Kindergarten bis zum Kasino, von der Schule bis zu Seniorenheimen) stellt sich der Konzern mit der Seite www.catering.dussmann.com

 

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